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Meine Arbeit

So, nun paar Worte zu meiner Arbeit. Es gelten hier paar Bestimmungen zum Kinderschutz, weswegen ich keine Namen nennen und auch keine Fotos von meiner Arbeitsstelle online stellen werde.

Auf meine Schule gehen 75 Kinder im Alter von 6 bis 11. Die Schule ist eine mehrfach ausgezeichnete Specialist School für Kinder mit Communication Difficulties. Unter dem Begriff Communication Difficulties fasst man hier in England sehr viele verschiedene Krankheiten zusammen, die alle zur Folge haben, dass man halt Kommunikationsprobleme hat. Wir haben sowohl autistische Kinder, als auch welche mit genbedingten Krankheiten, ebenso Kinder mit ADS und verzögerter Entwicklung, die nicht durch physische Krankheit bedingt ist. Ein Grundsatz der Schule ist, jedes Kind ist einzigartig, insofern kann ich auch von mir nicht sagen, dass ich mit einem bestimmen Krankheitsprofil arbeite.

Manche Kinder bleiben hier über Nacht. Insgesamt sind es 17 von 75, normalerweise sind nicht alle da, sondern ungefähr 8 bis 10 (viele schlafen nur ein Tag in der Woche hier). Und hier kommen ich und meine Kollegen vom sogenannten Day Care Staff ins Spiel. Unsere Aufgabe ist es, in der Zeit für die Kinder da zu sein, welche sie nicht in der Schule verbringen. D.h. mein Tag sieht ungefähr so aus: um 7.15 die Kinder wecken, waschen, anziehen, Frühstück, Zähne putzen, halbe Stunde draußen spielen, um 9:00 in der Klasse abliefern. Ab da übernehmen die Lehrer und Therapeuten (maximale Klassengröße ist hier 11-12 Kinder, die immer von einem Lehrer, einem Sprachtherapeuten und einem Assistant betreut werden, d.h. ein sehr hohes Erwachsenen-Kinder-Verhältnis) und ich hab bis 15:00 Pause. Ja, jeden Tag :-) . Um 15 Uhr übernehmen wieder wir, es gibt Afternoon Clubs, Tea Time (dazu mehr im separaten Post zum Essen), Spielzeit, Dusche und um 20:00 ist dann Bettzeit. Wir bleiben dann bis 21:00 – von 21:00 bis 7:00 ist Nachtschicht, welche von fest angestellten Arbeitskräften übernommen wird. Ich komm insgesamt auf 39 Arbeitsstunden die Woche, was wie ich finde ganz normal ist.

Ich hab gegoogelt – ein Tag für ein normales Kind an meiner Schule kostet die Eltern 30 Pfund, mit Übernachtung 50 Pfund. Pro Tag. Teils zahlt der Staat die Kosten, wie auch immer, man merkt das sehr hohe Level hier. Das äußert sich gar nicht so in der Ausstattung (obwohl wir schon gute Geräte und z.B. ein eigenes kleines Schwimmbad haben), sondern im Unterricht und im Kollegium. Ich bin der einzige 19-Jährige im Day Care Staff, alle anderen sind über 25, haben Soziales studiert und haben wirklich Ahnung, von dem was die machen. Von den Lehrern rede ich gar nicht erst – die sind auf jeden Fall mehrfach qualifiziert, manche haben einen Diplom in sozialen Wissenschaften und z.B. Kinderpsychologie, ist schon beeindruckend. Vor allem weil das hier keine Reichenschule ist, alle Eltern die ich bis jetzt kennengelernt hab, sind normale britische Durchschnittsbürger.

Für mich ist das Ganze ziemlich gut – immer wenn ich ein Problem hab ist jemand da, der weiß was zu tun ist. Das Leute sind außerdem total freundlich und zuvorkommend, außerdem haben die sehr oft Volunteers aus Deutschland – man merkt, die sind den Umgang gewohnt.

Die Arbeit an sich kann dabei ziemlich anstrengend werden. Jedes Kind ist wirklich eigen, einer spricht nur in Einzelworten und braucht jede Anweisung 10 mal wiederholt, bis er das macht – nicht aus Absicht, er ist halt einfach so, dass er länger braucht. Ein anderer spricht dafür wie ein Wasserfall und macht alles sofort – ist dafür beim Spielen hyperaktiv und nervt manchmal auch die anderen Kinder. Das sind nur paar typische Beispiele – eigentlich muss man zu jedem einen eigenen Zugang finden. Das kann sehr anstrengend werden, wenn man will, dass die in der Gruppe was machen (z.B. zusammen spielen).

Gestern war z.B. ein Mördertag – 11 Kinder über Nacht, 2 streiten sich dauernd, einer ist um 20:00 im Bett und steht bis 22:00 auf, weil er nicht schlafen kann, total viel Lärm, paar wollen nicht essen, etc. etc. etc. Wir waren alle richtig geschafft und sind todmüde ins Bett – sogar die Leute, die hier seit Jahren arbeiten waren erledigt. Auf der anderen Seite wird es aber auch nicht langweilig!

Alles in allem bin ich zufrieden. Es ist ziemlich fordernd, aber das hab ich auch erwartet. Dafür macht es auch Spaß und wenn man Kinder nicht gerade hasst :-) , kommt man denen auch prima zurecht.

Für Fragen steh ich gerne offen, kann halt keine Privatinformationen aus der Schule verraten. Ansonsten viel Spaß und viel Glück allen Lesern!

15.9.10 13:19


Meine Wohnsituation

So, es ist Zeit, um mehr über mein Placement und über das was ich mache zu erzählen. Ich fang mal mit meiner Wohnsituation an.

Ich lebe zusammen mit 3 Kollegen in einem Haus auf dem Schulgelände der Meath School, in der ich auch arbeite. Wir teilen uns Küche und Bad (die Küche brauch ich dabei eh nur am Wochenende, da ich in der Woche fast immer im Projekt esse, mehr dazu später). Mein Zimmer bietet nicht viel mehr als ein Bett und ein Kleiderschrank, naja mehr brauch ich auch nicht. Pluspunkt ist das relativ gute WLAN und die Tatsache, dass ich fast nen ganzen Kühlschrank für mich hab. Der Minuspunkt ist – wir haben manchmal kein heißes Wasser, kaputter Boiler. Nagut, das wird übermorgen hoffentlich behoben. Wie auch immer, meine Unterkunft hat das Prädikat „schon ordentlich“ verdient.

Das Ganze befindet sich in einem 3500-Seelen-Dorf namens Ottershaw. Ich bin hier schon auf dem Land, mehr als ein Pub und zwei Geschäfte hat der Ort hier nicht zu bieten. Dafür ist anderthalb Meilen weiter im Nachbardorf Addlestone ein riesiger TESCO-Markt, wo man wirklich alles kriegt, und auch wirklich günstig – lebensmittelmäßig hab ich also keine Probleme, auch alkoholtechnisch hat der TESCO einiges zu bieten (5,2 Liter Budweiser für 8 Pfund).

3 Meilen oder 20 Min. mit Rad (ich hab eins vom Projekt) entfernt liegt Woking – 60000 Einwohner, zwei riesige Einkaufszentren – Klamotten, Elektronik etc. ohne Ende. Auch Banken und was man sonst so zum Leben braucht (z.B. Friseur) findet man da. Leider ist Woking ausgehmäßig relativ tot – Pubs und Bars in allen Ehren, aber es scheint da nur einen Club zu geben, der irgendwie auch nur bis 11 auf hat, irgendwann werd ichs ausprobieren und davon berichten.

Denn Wokings Vorzug ist ein anderer – die Woking Rail Station. Von da fahren alle 3-5 Minuten (ohne Scheiß Züge nach London Waterloo. Man braucht ne halbe Stunde dahin.  Und Waterloo ist so ziemlich mit das Zentralste, was es in London gibt – direkt am London Eye! Für 10 Pfund mit Railcard gibt es ein Tagesticket von Woking nach London und zurück, mit dem man auch U-Bahn, S-Bahn und Bus in den Zonen 1-6 fahren kann. Meine Anbindung ist also billig, schnell und fast immer verfügbar – supergeil! Das Thema Nightlife wird sich also eh eher in London abspielen.

Wie man merkt, bin ich ziemlich begeistert von meiner Wohnsituation. Ich bin nu todmüde und geh ins Bett und werd morgen weiterbloggen! Viel Spaß Euch!

15.9.10 00:38


Reise + erste zwei Tage

So, nu hab ich endlich Zeit, hier den ersten Eintrag zu Schreiben :-)

 

Um 10:20 deutscher Zeit bin ich mit einer EasyJet Maschine aus Hamburg gestartet. Die Reise verlief total reibungs- und ereignislos: Alles pünktlich und sauber, so muss das sein. Um 11:30 wurde ich dann von dem (wie ich finde total hässlichem) Flughafen London Gatwick abgeholt - und zwar gleich von meinen Arbeitskollegen Kelsey und Angela, welche ihr bestimmt noch irgendwann in meinem Blog sehen werdet. Nach 30 min Autofahrt sind wir dann in Ottershaw angekommen und ich durfte meine Sachen auspacken und mein Zimmer einräumen.

 

Mein Haus - ich wohne mit allen meinen Kollegen zusammen und wir teilen uns Küche und Bad.

Mein Bett

Unser Gästezimmer - falls mich ma jemand besuchen kommt, wird der oder die wahrscheinlich hier schlafen können. Meine Supervisorin Debbie muss das noch bestätigen, ist aber wohl hier schon mehrmals gemacht worden und is kein Problem!

Unsere Küche (Mehr zum Essen in einem separaten Beitrag)

Das ist die ICAN Meath School, mein Arbeitgeber. Ich bin um 12 angekommen, hab dann ab 15 bis 21 Uhr gleich gearbeitet. Habe generell total geile Arbeitszeiten: von 7 bis 9, dann bis 15 Uhr Pause und ab da bis 20-21 Uhr. Soll nun auch gleich wieder arbeiten, werde heut abend mehr zu meiner Arbeit und zu Woking schreiben!

Liebe Grüße aus England,

Eduard

7.9.10 15:54


Die Ruhe vor dem Sturm

Das Packen ist zu Ende. Nun ein letztes Mal im beschaulichen Flensburg übernachten, morgen um 6:00 aufstehen - und ab nach Hamburg. Um morgen um 10:55 hoffentlich ohne Probleme in London Gatwick zu landen.

Irgendwie bin ich merkwürdig ruhig - ich glaub ich realisier immer noch nicht so ganz, dass ich ab morgen früh für Monate weg bin. Naja, das wird schon kommen. Was solls?

Das Abenteuer kann beginnen.

5.9.10 23:26





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